Digitale Kunst



Digitale Kunst wird mit Computerkunst gleichgesetzt und bedeutet, dass die Kunst auf dem Computer, digital erzeugt wurde. Diese Kunstform ist erst durch digitale Medien (Informatikmedien), die sich seit der 1980er/1990er Jahre immer mehr durchgesetzt haben, möglich geworden und daher eine noch sehr jungen Kunstform. Die digitale Kunst ist eine Medienkunst und beruht auf digital kodierter Informationen, die dann am Computer künstlerisch ver- und bearbeitet werden.

Die Informationsdigitalisierung erfolgt durch Eingabegeräte (z. B. Tastatur, Scanner). Bilddateien, Hypertexte (Hyperlinks – elektr. Verknüpfung zwischen Text und Quelltext), Algorithmen, Programme oder Codes (Internet) können schon eine digitale Kunst darstellen. Ist die digitale Kunst noch nicht repräsentativ, kann diese durch geeignete Soft- und/oder Hardware so beeinflusst bzw. bearbeitet oder gestaltet werden, dass das Ergebnis als digitale Kunst bezeichnet werden kann. Dabei kann es sich u. a. um digitale Kunst aus den Kunstgattungen Musik, Tanz, Architektur, Malerei, Animation und/oder Fotografie handeln.

Was macht die computergenerierte digitale Kunst im Unterschied zur medialen digitalen Kunst aus?

Bei der digitalen Kunst wird, unter dem Aspekt kunsthistorischer Betrachtung, als Werkzeug der Computer genutzt. Traditionelle Kunstformen und -gattungen bilden dabei die Basis des Handelns. Das heißt, dass zum Beispiel solche Bereiche wie Malerei, Druck, Fotografie, Video, Film und Musik aus der analogen Form in der digitalen Form weitergeführt werden. Im Gegensatz dazu, nutzt die mediale digitale Kunst eigenständige digitale Geräte (Computer, Mobiltelefone, Netzwerke, Internet), um neue Kunstformen zu entwickeln, wie z. B. virtuelle Realität (z. B. 3D-Computerspiele, Computeranimationen, Simulationen z. B. für Fallschirmspringer o. ä.) oder die Netzkunst, wie z. B. Net Art. Dabei geht es um die Interaktion zwischen Mensch und Computer. Seit 1979 gibt es in Linz ein alljährliches internationales Festival „Ars Electronica“ (mit wechselndem Motto), wo die Künstler aus aller Welt und aller Kunstrichtungen ihre digitale Kunst vorstellen und während der Symposien in Erfahrungsaustausch treten. Während des Festivals wird der Kulturpreis „Prix Ars Electronica“ der digitalen Kunst bzw. der Computerkunst in den einzelnen Sparten bzw. Kunstrichtungen (Digital Communities, Digital Musics, Net Vision, Interaktive Kunst, Computeranimation/Visual Effects und cybergeneration U19 – freestyle computing) verliehen.

Computergenerierte digitale Kunst – was gehört dazu?

Zur computergenerierten digitalen Kunst gehören die digitale Bildkunst, GFX-Grafiken und die digitale Musik.
Die Bildkunst wird zweidimensional in Form von Web, Print oder Projektion ausgegeben und wird auch als Computergrafik verstanden und bezeichnet. Hier findet sich auch der Berufszweig Webdesign wieder. In die Gruppe der digitalen Bildkunst fallen die „Disziplinen“ wie z. B. das digitale Malen, die 3D-Kunst, die Fotomanipulation, die mathematische Kunst, die Vektorkunst, Stilkunst und Fraktale.
Beim digitalen Malen werden Zeichnungen mit Hilfe einer speziellen Grafiksoftware (z. B. Adobe, Corel) über das Grafiktablett mit einem Stift oder direkt mit der Maus erzeugt und mit traditionellen und bekannten Maltechniken (Öl, Aquarell etc.) bearbeitet, verfeinert und „manipuliert“, so dass mitunter aus Fotos individuelle Gemälde entstehen.
Die 3D-Kunst, als Form der digitalen Kunst, wird mit Hilfe spezieller Grafik-Software erzeugt, die es möglich macht, eine dreidimensionale Darstellung zu erzeugen, zu modellieren, um es als Bild oder als Animation (virtuell) erscheinen zu lassen. Mit einer Fotomanipulation ist es möglich, vor, während oder nach einer Aufnahme des Bildes eine Veränderung (Manipulation) und/oder Ergänzung mit Hilfe verschiedener technischer Mittel herbeizuführen. Die Fotomanipulation nach der Aufnahme nennt man auch Bildbearbeitung. Die mathematische (algorithmische) Kunst als digitale Kunst kann nur über den Computer erfolgen, denn dazu werden mathematische Formeln benutzt, um z. B. Fraktale oder Musik entstehen zu lassen bzw. zu generieren, die dann bearbeitet werden können. Die Vektor-Kunst, als digitale Kunst, beschäftigt sich mit der Be- und Verarbeitung von Vektorgrafiken (Computergrafik), um Illustrationen, Logos u. a. exakt darstellen zu können. Die digitale Stilkunst führt bereits bekannte Stilrichtungen bzw. Kunststile vergangener Epochen fort bzw. empfindet diese digital nach.
Graphical Effects ist eine digitale Kunst, bei der die Grafiken (Comicfiguren, Graffitis) aus der Jugendszene bzw. –kultur am PC gezeichnet werden, die für Computerprogramme (z. B. für Spielkonsolen, X-Box) oder andere digitale und Printmedien zur Verfügung gestellt werden. Inzwischen hat sich GFX neben der Verwendung für Computerspielen zu einer eigenständigen digitalen Kunstform entwickelt.
Die digitale Musik, eine Form der digitalen Kunst, wird auch als Computer- bzw. als elektronische Musik bezeichnet, die auf der Grundlage der Klangsynthese (künstliche Töne werden hergestellt oder natürliche Klänge werden abgewandelt) arbeitet und am Computer neue digitalisierte Kompositionen entstehen lässt.

Mediale digitale Kunst – was gehört dazu?

Zur medialen digitalen Kunst gehören Netzkunst, Softwarekunst, interaktive Installation und die virtuelle Realität bei der eine Interaktion zwischen Mensch und dem Kunstwerk (Software, Netzwerk, Peosie, virtuelle Realität) stattfinden kann und die Multimedialität (interaktiv, visuell, auditiv) im Mittelpunkt steht.
Netzkunst Hinter Netzkunst, als digitale Kunst, ist die künstlerische Netzwerkarbeit zu verstehen. Dazu zählen alle Präsenzen und Vernetzungen (auch thematische) mit Teilnehmern im Internet oder im World Wide Web (www), die eigenständige Kunstwerke bilden. Softwarekunst Zur Softwarekunst, als Form der digitalen Kunst, zählen zum Beispiel alle „pfifigen“ Software- bzw. Computerprogramme, die sowohl in der Programmierung als auch in der Gestaltung das „Normale“ übertreffen. Interaktive Installation Mit der interaktiven Installation bzw. der Kunstinstallation wird der Betrachter in das Kunstwerk einbezogen und agiert darin mit Geräuschen, Bewegungen, Lauten oder der Sprache direkt oder auch über andere Medien. Es findet eine computergestützte Transformation von Bild und Klang statt. Diese digitale Kunst findet auch Ausdruck in den Arbeiten der Künstlergruppe „Project Blinkenlights“. Virtuelle Realität Diese digitale Kunst der virtuellen Realität schafft es, softwaregesteuerte, virtuelle Räume und „Welten“ (Grafik, Animation, Sprache) so echt darzustellen, dass der Betrachter und Anwender in eine Traumwelt (3D-Räume, Personen, Avatar) eintauchen und u. a. an Rollenspielen teilnehmen kann.

Foto: Sebastian Duda – Fotolia



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