Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung von Fotoapparaten haben sich ganz unterschiedliche Kameratypen entwickelt. Um eine Übersicht über die verschiedenen Typen zu erhalten, ist es erforderlich, einzelne Merkmale zu unterscheiden, an Hand denen die Fotoapparate klassifiziert werden können. Eine vollständige und abschließende Betrachtung ist dabei kaum möglich, da die Kombination der einzelnen Merkmale untereinander zu immer wieder neuen Kameratypen führt. Zudem führt die technische Entwicklung dazu, dass veraltetet Modelle vom Markt verschwinden und neue Produkte entwickelt werden.
Zu den ältesten Kameratypen zählt die Lochkamera. Die Aufnahme erfolgt hier durch ein Loch und wird umso schärfer, je kleiner dieses Loch ist, allerdings auch umso dunkler. Die Bildpunkte wurden verkehrt herum dargestellt, das heißt, die untersten Punkte waren in der Aufnahme oben. Die Abbildungen konnten noch nicht auf einen Film gebannt werden und dienten daher der Anfertigung realistischer Zeichnungen. Die „Camera Obscura“ ist eine heute noch recht bekannte Lochkamera. Aus der Verwendung einer Linse, die durch Bündelung des Lichtes für Schärfe und durch Vergrößerung der Lochöffnung für mehr Helligkeit sorgen sollte, entwickelte sich die heute noch vielfach verwendete Sucherkamera. Diese wird heute überwiegend als Kompaktkamera angeboten. Die sogenannte Fachkamera wurde häufig als Großformatkamera angeboten, hat sich aber nicht wirklich durchgesetzt. Dagegen konnte sich die Spiegelreflexkamera nicht nur bei professionellen Fotografen behaupten. Sie verfügt über Spiegel, die das Motiv vom Objekt in den Sucher leiten. Hier werden einäugige und zweiäugige Spiegelreflexkameras angeboten. Zu den Spezialkameras zählen beispielsweise Wärmebild- oder Unterwasserkameras, Panorama- oder Infrarotkameras.
Bei den Aufnahmeformaten unterscheidet man die verschiedenen Größen. Kleinstbildkameras ermöglichen ein Miniaturaufnahmeformat von 8 x 11 mm, wie etwa bei der Minox 8×11. Diese klassische „Agentenkamera“ wird bereits seit den 1930er Jahren hergestellt. Halbformatkameras liefern ein Format von 18 x 24 mm auf Kleinbildfilm. Bei den sogenannten Kleinbildkameras gibt es drei unterschiedliche Formate. Hier wird die Größe 23 x 36 mm auf Kleinbildfilm oder 35-mm-Film sowie auf Instamaticfilm angeboten. Mittelformatkameras zeichnen sich durch die Aufnahme auf Rollfilm aus. Die Formate sind 4,5 x 6 cm, 6 x 6 cm, 6 x7 cm oder 6 x 9 cm. Großbildkameras bilden Formate ab 6 x 9 cm auf Planfilm ab. Bei digitalen Aufnahmen spielen die Anzahl der Bildpunkte und das Speicherformat eine Rolle.
Die Verwendung von Aufnahmemedien ist natürlich entscheidend vom Aufnahmeformat abhängig. Bei den Filmen unterscheidet man beispielsweise die heute üblichen Rollfilme und die 35-mm-Kameras, mit deren Aufnahmen Dias produziert, wurden. APS-Film, Disc-Film, Pocket-Film und Instamatic-Kassetten sind Spezialformate, die sich jedoch allesamt nicht richtig durchsetzen konnten. Mit der APS Kamera versuchten einige namhafte Hersteller beispielsweise, in den 90er Jahren den Markt für Fotoapparate zu revolutionieren. Doch die Entwicklung der Digitalkamera hat diesem Format eindeutig den Rang abgelaufen. In den 80er Jahren waren die amerikanischen Polaroidkameras noch sehr beliebt. Diese wurden auch als Sofortbildkameras bezeichnet, weil jede einzelne Aufnahme sofort entwickelt wurde und innerhalb weniger Minuten fertig war. Das heute immer stärker werdende Aufnahmemedium ist allerdings die elektronische Speicherkarte, die es ermöglicht, Aufnahmen in wesentlich größerem Umfang als beim Film zu speichern und digital zu bearbeiten.
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